In meinen Straßen
Erstveröffentlichung unter dem Titel "Die letzte Nacht" im Jahr 2000 im Teiresias Verlag Köln.
Überarbeitete Neuauflage unter dem Titel "Realität-Fantasie Tod" im August 2017.
Aktuell: Überarbeitete Neuauflage unter dem Titel "In meinen Straßen"
Inhalt
Eine verlassene Fabrikhalle. Der Zuschauerraum ist Teil der Handlung: Eine reich gedeckte Festtafel markiert die Welt der Realität, während die Bühne zur Welt der Fantasie wird. Zwischen beiden bewegt sich frei der Tod. Der Zuschauer wird zu einem Teil der Geschichte, ohne selbst in diese einzugreifen.
In dieser allegorischen Ordnung kreuzen sich die Wege vier junger Menschen im Wettstreit der Welten: die Tochter eines mächtigen Mannes, die sich aus seinem Schatten lösen will; ein Prinz, der verzweifelt versucht, sein Land dem Untergang zu entreißen; eine Frau und ein Narr, die ihn auf seiner Reise begleiten.
Ein Drama von stiller Bedrohung. Traumhaft. Real. Beängstigend nah.
Kauf
ISBN-13: 9783695177684 (116 Seiten, 7,99€)
E-Book demnächst verfügbar
Aufführungsrechte
Die Aufführungsrechte liegen beim Autor. Bitte nehmen Sie bei Interesse über diese Webseite Kontakt auf.
| 4 Menschen | |
|---|---|
| Tochter | 18-25 Jahre |
| Narr | 18-25 Jahre |
| Prinz | 18-25 Jahre |
| Frau | 18-25 Jahre |
| 3 Welten | |
| König der Realität | 40-70 Jahre |
| Verwalter der Realität | 30-60 Jahre |
| Königin der Fantasie | 40-70 Jahre |
| Tod | 40-70 Jahre |
| Sonstige | |
| Alter Mann | +70 Jahre |
| Festgesellschaft | |
| Wachen | |
Welt der Realität = Zuschauerraum mit Festtafel
Welt der Fantasie = Bühne
Tochter 1 - Vorsprechtext
Eine alte Fabrikhalle. Im Vorraum treffen die Zuschauer auf eine Festgesellschaft, die aus einer längst vergessenen Zeit zu kommen scheint – mit Perücken und weiß gepuderten Gesichtern. Irgendwann erstarrt die Gesellschaft in ihrer Bewegung und die Türen zum schwach beleuchteten Zuschauerraum öffnen sich.
Ein breiter Mittelgang verbindet die Eingangstür mit der Bühne. In der Mitte des Raums befindet sich eine reich gedeckte Festtafel, die zur Bühne hin ausgerichtet ist. Nachdem die Zuschauer Platz genommen haben, erlischt das Licht. Es ist kalt. Dunkel. Einige Zeit vergeht.
An der Seite der Tafel sitzt eine junge Frau. Die Arme hat sie schützend um die zum Körper gezogenen Beine gelegt. Langsam fällt ein schwaches Licht auf sie. Nachdenklich wandert ihr Blick zur Eingangstür im hinteren Teil des Raums und verharrt dort. Sie wirkt erschöpft. In sich gekehrt.
TOCHTER (warm. sehr nah) Vielleicht, in dieser Nacht, klopfe ich ein letztes Mal, ganz leise, an Ihre Tür. Dann sitzen Sie allein in Ihrem Zimmer, inmitten der Dunkelheit, und nur auf die Hände vor Ihnen … nur auf Ihre Hände fällt noch ein schwaches Licht.
(lächelt kurz) Irgendwann stehen sie auf und gehen durch das Zimmer, hinüber zum Fenster. Sie sehen hinaus auf das Meer – in den dichter werdenden Nebel. Dann weht Ihnen aus der Ferne mein kalter, grauer Wind – weht vom Norden, durch die verlassenen Straßen – kommt näher und schlägt hart gegen Ihr Fenster. Klack! Immer härter. Klack! Und für einen kurzen Moment – unendlich weit entfernt – ist ein lautes Lachen zu hören. Dringt durch Ihr Fenster, durch die Nacht.
Sieht sich lange im Zuschauerraum um.
(härter) Vielleicht, in dieser Nacht, werden Sie sich fürchten, neben mir, in der Dunkelheit. Und wenn Sie sich fürchten … wenn Sie frieren … zum ersten Mal wieder die eigene Nähe spüren … dann werden Sie sich wehren müssen!
Dann ist es kalt, draußen, in meinen Straßen. Es ist feucht. Nur unsere eigenen Schritte werden noch zu hören sein. Unser Atem. Ganz still.
Die Schritte klingen hell, auf dem nassen Asphalt –ersticken dumpf, im dichter werdenden Nebel. Nirgendwo ist ein Licht zu sehen – nur gelegentlich die grauen Umrisse einzelner Gebäude. Es riecht nach vermodertem Holz. Nach verwittertem Stein. Gelbschwarz verdorrte Bäume breiten ihre Äste aus – wie Arme, die uns aufzuhalten versuchen.
Trotzdem gehen wir weiter. Immer weiter. Bis irgendwann in der Ferne leise Schritte zu hören sein werden. Zuerst nur wenige, dann immer mehr. Von allen Seiten schließen sich uns Menschen an.
Am Ende der Straße ist jetzt ein erstes Licht zu erkennen. Noch ist es nur ein blasser, milchig weißer Fleck, aber schon bald entstehen immer mehr Lichter und der Nebel vor uns reißt langsam auf.
Einzelne Fenster sind zu erkennen. Immer mehr Fenster! Unzählige Fenster, inmitten der Dunkelheit. Wir kommen näher und vor unseren Augen entsteht ein gewaltiger, von Licht durchströmter Palast.
Die Schritte sind jetzt neben uns. Hinter uns. Die Menschen schieben uns immer weiter, drängen uns unaufhaltsam in den Palast hinein!
Von draußen ist leise Festmusik zu hören. Tochter sieht nach hinten in Richtung Eingangstür.
(angestrengt) Sie werden reich geschmückten Männern begegnen. Frauen in aufwendigen Kostümen. Es wird gelacht. Getanzt. Von überall her ist Musik zu hören! Eine festliche Gesellschaft, die sich an sich selbst vergnügt – gefangen nur noch im Augenblick … vom Spiel der Kerzen … in unzähligen Spiegeln, deren Licht sich in jedem Augenblick tausendfach bricht!
Die Musik wiederholt sich. Wird lauter. Aggressiver.
Ein Fest der Lebensfreude, aber auch der Eitelkeit. Beides im selben Augenblick. Beides … Ich …
Es gelingt Tochter immer weniger, sich gegen die Musik zu wehren. Braucht einige Zeit, um weitersprechen zu können.
Irgendwann werden Sie einem Grafen begegnen, der Ihnen von seinen galanten Abenteuern erzählt. Ein anderer Mann – wieder ein Mann – prahlt von Besitzungen, deren Herr er bereits seit Langem nicht mehr ist.
Sie begegnen Männern der Kirche, die die Macht ihres Glaubens gegen den Glauben an die Macht eingetauscht haben. Sie sehen Frauen, die schmeicheln und denen geschmeichelt wird. Für eine Umarmung – oder mehr.
Die Musik beginnt zu taumeln.
Ich …
Die Musik taumelt weiter.
(laut. abwehrend) Ich!!!
Die Musik bricht ab. Es ist wieder still. Nur sehr langsam findet Tochter zu sich.
(zu sich. leise) Irgendwann beginnt die Musik, sich zu wiederholen. Wiederholt sich … Wie ein Karussell, das sich schneller dreht und schneller. Immer schneller. Bis es mich abwirft!
Sieht sich um.
Dann scheint Ihnen das alles wie ein Traum und ist doch meine Wirklichkeit: Dieser Palast. Diese Tafel. Der Ort, an den ich geflohen bin, ist eine ganz eigene Welt. Dann ist der König dieser Welt … der König der Realität!
Sieht nach vorne zur Bühne.
Und die Welt der Fantasie … ist nur eine Bühne, weit entfernt. Ein schwaches Licht, inmitten der Dunkelheit.
Sieht sich lange um. Sucht Blickkontakt zu einzelnen Zuschauern.
(leise) Und mein Vater … Mein Vater ist der Tod. Das Schweigen. Für immer … das Schweigen. Und ich … bin seine Tochter.
Zieht sich wieder in sich zurück.
Dann ist es, als wäre ich der einzige Mensch in diesem Palast. Als wäre ich lebendig und alle anderen spielten nur eine Rolle.
Dabei hört dieses Fest nie auf. Nur die Gäste wechseln, von Zeit zu Zeit. Nur …
An einer Seitentür nahe der Bühne sind Geräusche zu hören. Tochter sieht auf.
Vater?
Keine Antwort.
Ich weiß, dass du da bist. Du bist immer da! Niemand kann dir entkommen.
Zwei Männer betreten zögernd den Zuschauerraum.
Nein. Ich will nicht!
Sieht zur Seitentür.
Nein. Dieser Raum gehört mir! Nur mir allein!
Tochter 2 - Vorsprechtext
TOCHTER Es tut mir leid. Ich verstehe dich nicht. Wie kannst du mir nur vertrauen? Ich werde dich enttäuschen. Genau, wie der Prinz dich enttäuschen wird.
Die Seitentüren im Zuschauerraum öffnen sich.
Und wenn du ihm vom alten Mann erzählst … Der Prinz wird vergessen, dass es dich gibt. Wie viel du ihm einmal bedeutet hast! Es wird ihn nur noch interessieren, sein Ziel zu erreichen.
Geht langsam zur Spiegeltür im Hintergrund. Betrachtet sich im Spiegel. Beginnt, mit einigen Handgriffen an Kleidung und Frisur ihr Äußeres zu verändern.
Ich werde dem alten Mann nicht folgen. Ich habe nur einen Weg gesucht! Nur einen … Weg.
Schon bald wird der Prinz die Königin dazu bringen, ihre Welt zu verlassen. Sie wird ihm bereitwillig an die Tafel des Königs folgen. (hart) Weil ich es so will!
(leise. zu sich) Vielleicht, wenn wir uns früher begegnet wären …
Wendet sich langsam in Richtung Publikum. Hat sich in eine wunderschöne Frau verwandelt.
Der alte Mann hat sich vor mir gefürchtet, nicht vor deinen Fragen. Er hat sich gefürchtet, weil er in mir meinen Vater erkannt hat! Weil mein Vater der Tod ist. Die Nacht. Und ich … bin seine Tochter. Gefangen unter einem Himmel aus Stein. Mit einem Vater, der nie mein Vater war. Nie sein durfte, und den ich trotzdem … den ich …
Sieht zur schwarzen Tür im Hintergrund der Bühne.
(nah. verletzlich) Irgendwann, vor langer Zeit Vater, habe ich deine Welt verlassen, aber in der Welt der Realität einen Platz zu finden, mit einem Schatten im Gesicht. Mit deinem Schatten! Wenn man nicht wagen kann, den Menschen in die Augen zu sehen, weil man in jedem Moment fürchten muss, sich verraten zu können …
Leiser Marschlärm durch die geöffneten Seitentüren.
Ich habe gelernt, Vater. Ich werde nicht länger verschweigen, wer du bist! Und wenn die Menschen sich vor mir fürchten … Ich kann mich nicht mehr dagegen wehren. Nie mehr grau. Nie mehr!
Nicht für einen einzigen Tag.
Langsam entfernt sich der Marschlärm. Verstummt bald ganz.
Es wird Zeit, dass ich selber die Regeln bestimme. Ich werde spielen. Den Prinz verführen und mit seiner Hilfe …
Bricht ab. Pause.
Mit einem Leben, das zu einem einzigen Spiel geworden ist! Und ich … zu einer Figur darin.
Prinz erscheint allein von der Seite.
Prinz - Vorsprechtext
PRINZ (langsam) Es ist seltsam.
Sieht sich um.
Die Königin ist wieder frei. Die Wachen sind fort. Als wäre all das nie wirklich geschehen. Nur ein böser Traum. Nur ein … Traum.
Pause.
Die Menschen können wieder lachen. Streiten. Endlich wieder fühlen. Aber mir ist kalt, in dieser Nacht. So entsetzlich kalt. Nicht mehr lange, bis der Tod mich endlich erlöst.
Pause.
Jetzt sitze ich hier – allein – und versuche mich zu erinnern: An mein Land. An die Menschen, die ich beschützen wollte. Für die ich stark sein wollte und mutig. Ich denke an meinen Vater. An all die Menschen, denen ich auf meiner Reise begegnet bin. An die Straßen und Orte. Und irgendwie … habe ich mir alles ganz anders vorgestellt.
Die Frau, die ich liebe, habe ich betrogen, weil ich ihr nicht vertraut habe. Weil ich mir nicht vertraut habe. Weil ich … Nein … Es scheint nur, als hätte sich nichts verändert!
Die Königin ist endlich wieder frei, aber ich bin noch immer gefangen. Weil ich gesehen habe, aber nicht danach handeln wollte. Weil ich auf meinem einmal eingeschlagenen Weg war und nicht mehr anhalten konnte. Nicht anhalten wollte. Nur noch mein Ziel vor Augen. Nur noch mein Ziel!
Sieht ins Leere.
Als hätte ich jeden Fehler aufgelesen, der auf meinem Weg lag, und würde nun versuchen, den Weg noch einmal zurückzugehen. Dabei weiß ich genau, dass die Zeit sich nur in eine Richtung bewegt. Immer nur in eine Richtung. Und irgendwie …
Jetzt ist es kalt – mir ist kalt, in dieser Nacht – und ich bin vom Denken noch immer nicht erlöst. Ich sitze hier – allein – und sehe der Zeit dabei zu, wie sie langsam an mir vorüberzieht. Ich …
Bricht ab.
Und irgendwie … habe ich mir alles ganz anders vorgestellt.
Narr steht an der Seite im Halbdunkel. Prinz bemerkt ihn nur langsam.
PRINZ (erschöpft) Ich bin müde. Unendlich müde, verstehst du? Ich kann nur noch warten. Nur noch warten, dass alles zu Ende ist.
Sieht zu Narr. Hofft auf Widerspruch. Narr hat sich abgewendet. Prinz resigniert endgültig.
(zu sich) Es kann nicht mehr lange dauern und ich werde in meinen eigenen Armen sterben – so, wie ich vorher in meinen eigenen Armen gelebt habe. In meinen Armen, die mich nicht mehr wärmen können. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wie es sich anfühlt.
Versucht, sich zu erinnern.
Vor langer Zeit war mir warm. Mir war heiß. Als Kind hatte ich oft den gleichen Traum. Ich lag an einem geöffneten Fenster, in einer Sommernacht. Mir war heiß. So heiß, dass ich mich nicht mehr erinnern kann! Es war still. So still, dass ich in der Ferne einem Fluss dabei zuhören konnte, wie er langsam an mir vorüberzog. Der Fluss nahm mich mit sich und ich ließ mich treiben.
An den Ufern entdeckte ich immer wieder Menschen, denen ich noch nie zuvor begegnet war. Aber als ich näher hinsah, schienen sie leer zu sein. Nur eine Hülle. Die Menschen versuchten sich zu umarmen, aber ihre Arme gehorchten ihnen nicht. Ihre Hände …
Manchmal sah ich ein Lachen, aber am Ende blickte ich wieder nur in eine Maske, die mich getäuscht hatte. Ich wollte den Menschen in die Augen sehen, aber der Fluss riss mich mit sich. Immer schneller. Ich wollte sie noch einmal berühren, aber ich wurde davongetragen. Von tausenden Händen. Immer weiter! Hinausgetragen auf das offene Meer! Bis nur noch Wasser um mich war und Dunkelheit. Nur noch … Dunkelheit.
Mir wurde kalt. Mir ist kalt. Jetzt habe ich eine Insel gefunden und auf meiner Insel ist es kalt. So entsetzlich kalt. Nicht mehr lange …
Tod tritt aus dem Hintergrund. Lange Pause.
Ich habe keine Kraft mehr, zurückzuschwimmen. Gegen den Strom. Jeden einzelnen Tag … gegen den Strom.
Prinz bemerkt Tod kaum. Hat sich vollkommen in sich zurückgezogen. Hält sich frierend in den eigenen Armen.
Narr - Vorsprechtext
NARR Ja. Auch über Euch.
(herablassend) Seit Beginn dieser Reise … Ich habe jedem seinen Wunsch erfüllt.
Sieht zu Prinz.
(mit Verachtung) Der Prinz stirbt jetzt als Held. So, wie er schon immer hat sterben wollen! Für sein Land. Seine Ideale. Für seine Liebe zu sich selbst! Ich bin mir nicht einmal sicher, ob er wirklich jemals gegen Euch hat bestehen wollen.
Frau will Narr widersprechen. Tritt näher zu Prinz. Narr sieht zu Frau.
Nein. Ihr wisst, dass es wahr ist. Ich habe dem Prinzen nur seinen Wunsch erfüllt. Genau wie ich Euch Euren Wunsch erfüllt habe. Jetzt seht Ihr Euch so, wie Ihr euch schon immer habt sehen wollen: Eines Prinzen … Der Liebe nicht würdig.
Erinnert Ihr Euch? Es ist nicht lange her, dass Ihr Platz genommen habt, an der Tafel des Königs. Auf genau dem Stuhl, den ich Euch angeboten habe! Und habt Euch dadurch vom Prinz entfernt. Dann habe ich den König dazu gebracht, sich von Euch verführen zu lassen.
Ich habe mich zwischen Euch und den Prinz gestellt, weil Ihr mir den Raum dazu gelassen habt. Weil Ihr dem Prinz alles verzeihen wolltet, nur nicht seine Schwäche. Nur nicht, dass er das Bild zerstört, das Ihr Euch von Eurer Liebe gemacht habt.
(hart) Ich habe jedem seinen Wunsch erfüllt. Jedem!
Nachdem die Königin in Gefangenschaft geraten ist, an der Tafel des Königs … Erinnert Ihr Euch? Nur ein Wort zur richtigen Zeit und der Prinz war zu glauben bereit, dass er noch immer das Ziel seiner Reise erreichen könnte. Mit der Königin in Gefangenschaft! Umgeben von Wachen. Mit der Freiheit in Gefangenschaft! Wie konnte er das nur glauben?!
(lächelt) Er war so sehr davon überzeugt, das Beste für sein Land zu tun, dass er vergessen hat, was richtig ist und was falsch. Und als er sich dann endlich wieder daran erinnert hat, war es zu spät. Er musste vor sich selbst davonlaufen: In die Welt der Fantasie. Er musste in eine Welt fliehen, die kalt war und leer. Dort konntet Ihr ihm sein zweites Leben nehmen.
Pause.
Anschließend ist er noch einmal zurückgekehrt, an die Tafel des Königs. Er ist zurückgekehrt, aber er wollte nicht die Königin befreien, sondern sich selbst, von seiner Schuld! Nicht gemeinsam mit der Frau, die ihn geliebt hat, sondern in ihrer Begleitung – allein.
Nur ein Wort von mir zur richtigen Zeit und der Prinz ist ein zweites Mal in diese Welt geflohen. Und ich bin ihm gefolgt! Dann … Nein.
Bricht ab. Sieht sich ruhig im Zuschauerraum um. Sieht zu Tod.
Ihr müsst Euch entscheiden! Es ist niemand hier, um Euch zu helfen. Ihr müsst Euch also entscheiden, wen ihr mitnehmen wollt: Nehmt Ihr mich mit Euch, dann verliert Ihr alles, was einen Menschen dazu bringen kann, Euch in Eure Welt folgen zu wollen: Die Lüge. Den Verrat. Den Betrug! Es gibt so viele Wege …
(kalt. lächelnd) Nehmt Ihr aber den Prinz mit Euch, wird es mein Sieg sein!
Spannung zwischen Tod und Narr ist kaum noch zu steigern. Beide stehen nur wenige Schritte voneinander entfernt.